Datenschutz in der Energie- und Umweltbranche

Bedeutung des Datenschutzes für die Energiewirtschaft

Die Bedeutung des Datenschutzes für die Energiewirtschaft steigt durch die zunehmende Digitalisierung stark. Insbesondere Energieversorger gehören zu den Vorreitern der Digitalisierung. Viele von ihnen, aber auch andere Unternehmen in der Energie- und Umweltbranche sind Konzerne oder Großunternehmen. Da sie besonders umfassenden Datenschutzregeln unterliegen, macht das die Umsetzung der Datenschutz-Prozesse und -Maßnahmen langwierig.

Generell müssen die Unternehmen dieser Branchen so wie alle anderen Firmen den Schutz personenbezogener Daten ihrer Beschäftigten, Kunden und Partner gewährleisten und die sie betreffenden Regeln der DSGVO einhalten wie zum Beispiel die umfangreichen Dokumentations- und Rechenschaftspflichten. Versorger greifen gerne auf Dienstleister zurück, so dass die damit verbundene rechtmäßige Auftragsverarbeitung wichtig ist. Auch das Recht auf Datenübertragbarkeit muss beachtet werden.

Wer personenbezogene Daten erhebt, muss sie in einem interoperablen Format speichern, um sie auf Wunsch des Betroffenen an Dritte übertragen zu können, zum Beispiel Verbrauchsdaten beim Wechsel eines Versorgers. Da in vielen Bereichen der Energiewirtschaft bislang keine einheitlichen Datenformate verwendet werden, die diese Anforderung erfüllen, besteht hier dringender Handlungsbedarf. Auch um die IT-Sicherheit müssen sich insbesondere die Unternehmen kontinuierlich kümmern, die eine kritische Infrastruktur bereitstellen wie die Versorgung mit Energie und Wasser oder die Abwasserbeseitigung.

Big Data Analytics in Versorgungsunternehmen

Wenn es um die Nutzung von Big Data Analytics geht, sind Versorgungsunternehmen im Branchenvergleich relativ weit fortgeschritten, lautet die Einschätzung des IT-Beraters Capgemini. Big-Data-Analysen werden gerade bei neuen Diensten und Angeboten für das Smart Home und die Smart City eine Rolle spielen. Bei diesen Anwendungen weiß man zum Zeitpunkt der Datenerhebung jedoch oft noch nicht, welchen weiteren Nutzen die Daten für das Unternehmen künftig mit sich bringen. Die Anwender sollten daher prüfen, inwieweit Daten so anonymisiert werden können, dass sie nicht unter strenge datenschutzrechtliche Anforderungen fallen. Zum Wikibeitrag anonymisierte Daten.

Ein rechtskonformer Datenschutz ist für Unternehmen aus der Energie- und Umweltbranche unerlässlich. Bei Verstoß drohen hohe Bußgeld- und Haftungsrisiken.

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Wichtige Innovationen der Energie- und Umweltbranche

Für Endkunden gibt es zwei wichtige innovative Entwicklungen in der Branche, nämlich den Ausbau der Smart-Meter-Infrastruktur und die zunehmenden Smart-Home-Anwendungen.

Der Smart-Meter-Rollout erfolgt unter rechtlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen, die Schutzprofile des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), technische Richtlinien und Zertifizierungsvorschriften umfassen, bei denen Datenschutz und Datensicherheit ein Kernbestandteil sind. Bisher hat das BSI allerdings nur für das Smart Meter Gateway eines einzigen Herstellers grünes Licht gegeben.

Eine wichtige spezielle Regelung für Smart Meter ist das Messstellenbetriebsgesetz (MSBG). Es legt die Grundlage für die Nutzung der Messdaten aus modernen Messgeräten und intelligenten -systemen und formuliert die technischen Mindestanforderungen dafür. Im MSBG und den damit verbundenen Schutzprofilen und technischen Richtlinien ist der Grundsatz des privacy by design verankert. Es regelt, welcher Akteur welche Daten zu welchem Zweck erhalten darf und wann erhaltene Daten zu löschen sind. Eine verpflichtende Datenübermittlung wird ausschließlich für die energiewirtschaftlich zwingend notwendigen Anwendungsfälle wie die Abrechnung des Stromverbrauchs vorgesehen.

Da das Smart Metering Einblicke in die Lebensweise der Verbraucher ermöglicht, ist es ein sensibles Thema für Datenschützer. Bei Smart-Home-Anwendungen stehen dagegen Datenschutz und -sicherheit noch nicht im Vordergrund. Im Verkauf dominieren hier derzeit Kundenerlebnis und -nutzen. Lesen Sie mehr dazu im Blogbeitrag Smart Home: Vorteile im Alltag stehen Datenschutz-Bedenken gegenüber.

Neben den generellen Regeln der DSGVO müssen viele Energieunternehmen die speziellen Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes für Smart Meter und der IT-Sicherheit für Anbieter einer kritischen Infrastruktur beachten.

Prof. Dr. Andre Döring
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