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Smart Home: Vorteile im Alltag stehen Datenschutz-Bedenken gegenüber

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Smart Home: Digitalisierung des privaten Alltags

Die Digitalisierung macht auch vor Haushalts- und Alltagsgegenständen keinen Halt. Die sogenannten "Smart Home" Anwendungen sind mit Sensoren ausgestattet und mit dem Internet verbunden. Dadurch wird die zentrale Steuerung verschiedener Systeme oder Geräte, beispielsweise über das Smartphone, ermöglicht. Den Arbeitserleichterungen im Alltag stehen datenschutzrechtliche Bedenken gegenüber. Denn Geräte wie Alexa sind immer wieder aufgrund von Datenpannen in den Medien. 

 

Die Vorteile von Smart Home

Smart Home Anwendungen gehören dem Bereich Internet of Things (IoT) an und führen zu einer zunehmenden Digitalisierung im privaten Bereich. Die Anwendungen sind dabei vielfältig und ermöglichen die Bedienung von Jalousien, Heizung oder Licht zentralisiert, automatisiert und ortsunabhängig. Vorteilhaft sind insbesondere die Einsparpotentiale im Bereich Energieverbrauch, aber auch der komfortable Zugriff aus der Ferne, wenn bspw. die Jalousien aufgrund von plötzlich auftretendem Hagel geschlossen werden müssen. Auch im Bereich Entertainment nutzen wir heute schon smarte Lösungen, so spielt Alexa auf Zuruf den Lieblingssong und wir können über unseren Smart TV die Netflix App aufrufen, um Serien zu schauen. Die Vorteile liegen auf der Hand, doch wie ist dieses Thema aus Sicht des Datenschutzes zu bewerten?

 

Datenschutz und Smart Home

Insbesondere kritisch zu betrachten ist der gesteigerte Umlauf personenbezogener Daten, durch die Vernetzung der Geräte über WLAN, Bluetooth oder Mobilfunknetz. Denn diese Netze sind nicht immer ausreichend gesichert. Und auch wenn man nicht Opfer eines Hackangriffes wird, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für Dritte, wie Hersteller oder selbst Handwerker, immer mehr Einsicht in sensible Datenbereiche zu erhalten. Aus den Daten der vernetzen Geräte lassen sich Nutzerprofile erstellen und Verhaltensweisen oder Gewohnheiten abschätzen. Ein empfindlicher Eingriff in die Privatsphäre und der Verlust über die eigene Datenhoheit.

In Europa regelt die Datenschutzgrundverordnung, wie Hersteller und Anbieter mit personenbezogenen Daten umgehen dürfen. Unter anderem müssen Anbieter folgendes beachten: 

  • Daten dürfen nur nach Einwilligung der betroffenen Person erhoben werden.
  • Die Verarbeitung der Daten muss zweckgebunden sein. Beispielsweise darf eine E-Mail-Adresse, die angegeben wurde, um Produkt-Updates zu erhalten, nicht für Werbung verwendet werden.
  • Auch die Erhebung der Daten muss zweckgebunden sein, bspw. benötigt die Registrierung für eine Software keine Auskunft über die Religionszugehörigkeit.

Auch wenn die DSGVO viele Themen in diesem Bezug regelt, gibt es noch keine  speziellen Richtlinien oder technische Standards für Smart Home Anwendungen. 

 

Praktische Hinweise

Viele Nutzer stellen den Spaß bei der Anwendung und die Vorteile in Bezug auf Zeit- und Kostenersparnisse in den Vordergrund und ignorieren die Eingriffe in persönliche Daten. Die Ergreifung von notwendigen Schutzmaßnahmen ist oft kein Thema, der Datenschutz nicht so wichtig. Welche Punkte Sie beachten können, um Smart Home Geräte zu überprüfen, finden Sie nachfolgend.

  • Recherche vor Kauf: können Sie in der Smart Home Anwendung Ihrer Wahl Einstellungen zur Verwendung der erhobenen Daten vornehmen?
  • Kontrollieren Sie welche Daten Ihr Gerät erfasst, oftmals sind diese unter "Meine Aktivitäten" oder "Verlauf" aufgeführt. Erscheinen Ihnen diese Daten zweckmäßig?
  • Ändern Sie die Standardeinstellungen Ihrer Geräte, insbesondere die standardmäßig gesetzten Passwörter, bestenfalls nicht auf "12345".
  • Halten Sie das Betriebssystem aktuell, indem Sie regelmäßig Updates durchführen, Sicherheitslücken werden durch diese oftmals ausgebessert.
  • Deaktivieren Sie die "Universal Plug and Play" (UPnP)-Funktion Ihres Routers, diese Standardeinstellung regelt, wie Geräte in einem Netzwerk miteinander kommunizieren.
  • Achten Sie darauf ob Ihre Daten verschlüsselt erhoben oder verarbeitet werden. Empfehlenswert ist die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. 

 

Fazit

Digitalisierung und das Internet of Things sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Anbieter außerhalb des europäischen Raums wie Google oder Apple setzen mit Lösungen wie Alexa oder Siri Standards, die mit der DSGVO wenig zu tun haben. Smart Home Lösungen werden auch perspektivisch eher mehr als weniger. Deshalb ist es umso wichtiger sich vor dem Kauf von Smart Home Lösungen genau mit den Anbietern auseinanderzusetzen. Welche Funktionen benötige ich wirklich, gibt es Alternativen auf dem Markt? Befindet sich eine Niederlassung oder sogar der Hauptsitz den Anbieters innerhalb der EU, müssen die Regularien der DSGVO eingehalten werden. Vor Inbetriebnahme des Gerätes sind die oben benannten Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

 

Weiterführende Links:

 

Kommentar Prof. Dr. Andre Döring
CEO & Co-Founder von Robin Data 
Kommentar Andre Döring "

Bei der Nutzung von Smart Home Anwendungen sollte in jedem Fall der Vorteil gegenüber dem Risiko genau betrachtet werden. Die Frage, die sich Nutzer meiner Meinung nach stellen müssen ist, ob die Kosten- oder Zeitersparnis so hoch ist, dass ich riskiere das meine personenbezogenen Daten im schlimmsten Fall missbraucht werden.

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